ERP-Systeme aus der Cloud – Ein umstrittener Trend

Verfasst von  //  1. Dezember 2014  //  Trends & Neuheiten  //  Kommentare deaktiviert

ERP-Systeme

Derzeit wird in der Branche viel über ERP-Systeme als Dienstleistung innerhalb des Cloudmodells Software as a Service (SaaS) diskutiert. Hierbei handelt es sich zumeist um standardisierte ERP-Systeme, die von externen Unternehmen, als online-basierte Software angeboten werden.

Das Konzept sieht vor, dass Unternehmen ERP-Systeme und die dazugehörigen Lizenzen online mieten und je nach Bedarf spezifische Module und angebotene Funktionen gegen Nutzungsgebühren vom ERP-Anbieter verwenden können. Im folgenden Artikel werden nun die spezifischen Vor- und Nachteile dieses noch jungen und von vielen Unternehmen durchaus skeptisch betrachteten ERP-Modells, im Kontrast zum klassischen, lokal installierten ERP-Modell, dargestellt.

Vorteile der Cloud-ERP-Systeme

Geringere Anschaffungskosten:
  • Bei der Umrüstung auf ein online-basiertes ERP-System entfallen relativ hohe Anschaffungskosten für Hardware, wie beispielsweise leistungsstarke Server. Dazu erübrigen sich natürlich deren Lizenz- und Unterhaltskosten.
Hohe Flexibilität:
  • Unternehmen, die sich in einer besonders dynamischen Phase, oder einer starken Wachstumsphase befinden, können von der Flexibilität von Online-Lösungen profitieren. Durch das Miet-Modell kann das Unternehmen frei und schnell über Veränderungen von benötigten Modulen, Anwenderlizenzen und anderen Funktionen entscheiden. Dadurch wird gewährleistet, dass das ERP-System auch in dynamischen Phasen relativ gut auf die Bedürfnisse des Unternehmens eingehen kann.
Verringerte IT-Kosten:
  • Durch das Outsourcing der Software und damit der einhergehenden Auslagerung der zuständigen IT-Abteilung entfallen die  Kosten für Pflege, Wartung und Administration. Dadurch entsteht neben den Kosteneinsparungen auch eine deutliche Reduktion des Zeitaufwands für das unternehmensinterne IT-Personal.
Systemverfügbarkeit:
  • Die Systemverfügbarkeit gehört zu den bedeutendsten Vorteilen von Cloud-Lösungen. Dadurch ist eine nahezu völlige Ortsunabhängigkeit von dem Zugriff auf das ERP-System gewährleistet. User können jederzeit und überall auf ihre gewünschten Daten zugreifen, was wiederum die Produktivität und Effizienz signifikant steigern kann. Die einzige Voraussetzung hierfür ist eine stabile Internetverbindung.
Geschwindigkeit
  • In der ERP-Branche geht es um Geschwindigkeit –  schnelle Datenübermittlungen und kurze Reaktionszeiten sind die Grundsäulen für Erfolg und Effizienz. ERP-Systeme aus der Cloud haben hier in der Regel einen beachtlichen Vorteil, wenn es um die Datenbereitstellung für Front-End-Systeme geht. Wollen beispielsweise Kundenbetreuer oder Lieferanten wichtige Daten aus ihrem System abrufen, so kommen bei lokal installierten Lösungen häufig sogenannte Middlewares zum Einsatz, die den Datenaustausch zwischen dem Back-End und dem Front-End regeln. Dies hat sehr häufig Einbußen bei der Geschwindigkeit zur Folge. Reine Cloud-ERP-Systeme können jedoch barrierefrei und jederzeit die geforderten Daten vom System direkt auf die Front-End-Systeme liefern. Beim Thema Geschwindigkeit können Cloud-Lösungen also erneut punkten.

Nachteile der Cloud-ERP-Systeme

Sicherheit:
  • Gerade beim Thema Datensicherheit scheiden sich die Geister. ERP-Systeme sind nicht nur hauptverantwortlich für reibungslose Geschäftsprozesse, sondern beinhalten außerdem hochsensible Daten und Informationen über Unternehmen. Diese Daten werden beim SaaS-Modell einem externen Anbieter überlassen, welcher alleine für die Sicherheit zuständig ist, sodass der Kunde keinerlei Einfluss auf den Datenschutz hat. Desweiteren fehlen noch Erfahrungswerte, was die Sicherheit von ERP-Systemen in der Cloud betrifft. Die Entwicklung ist noch zu jung, um ein profundes Urteil abgeben zu können. Diese Unwissenheit führt dadurch häufig direkt zu Unsicherheit und Skepsis der Unternehmen.
(Internet-)Abhängigkeit:
  • Auch dieser Punkt lässt viele Betriebe von einem SaaS-Modell zurückschrecken. Durch das Outsourcing der Software in die Cloud und zu einem außenstehenden Anbieter entsteht eine einseitige Abhängigkeit. Zum Einen muss eine stetige Internetverbindung aufrechterhalten sein, um die ERP-Lösung uneingeschränkt nutzen zu können und zum Anderen können Probleme beim Provider direkte Probleme und Störungen im eigenen Unternehmen auslösen. Ein (Teil-)Ausfall des ERP-Systems kann mitunter fatale Folgen und Kosten für das Unternehmen bedeuten, weswegen eine funktionierende Internetverbindung als einziger Lebensader des Systems für viele als zu risikoreich eingeschätzt wird.
Branchenspezifität:
  • Derzeit verfügen die  gängigen SaaS-Lösungen nur über Basismodule, wie Disposition, Verkauf, Personalwesen, etc. Diese Standardlösungen können natürlich nicht die spezifischen Branchenbedürfnisse vieler Unternehmen befriedigen, weshalb die Nachfrage vorerst relativ gering ausfällt. Branchenspezifische Anforderungen benötigen tiefgreifendere Funktionen und Module, um die Effizienz der Geschäftsprozesse voll ausschöpfen zu können. Hier bleibt abzuwarten, wann wirklich konkurrenzfähige und komplexe Branchenlösungen auf Cloud-Basis den Markt betreten.

Ausblick

Größere Unternehmen, wie SAP, Microsoft und auch Sage sind bereits in den cloudbasierenden SaaS-Markt eingedrungen und bieten stabile Lösungen an. Jedoch verfügen die derzeitigen Lösungen größtenteils nur standardisierte Basismodule, weshalb die Cloud-ERP-Systeme für sehr viele Unternehmen zu diesem Zeitpunkt unzureichend sind. Der Trend ist noch relativ jung und befindet sich in der Entwicklungsphase, weshalb in mittelfristiger Zukunft durchaus ernst zunehmende Cloud-Branchenlösungen erwartet werden dürfen, die intensiver und tiefgründiger auf individuelle Anforderungen von Unternehmen eingehen können.

 

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